Kind & Hund

 

 

 
Oft werde ich gefragt, wie das funktioniert mit meiner Tochter und den Hunden und auch auf Ablehnung, durch die Hundehaltung, stoße ich hier und da.

Schon als ich Johnny, am Anfang meiner Schwangerschaft, kaufte, war das Geschrei groß und ich konnte mir so einiges anhören. Beispielsweise, dass mein Kind Allergien bekommen würde und durch die Hundehaare ständig krank wird, oder das Johnny eifersüchtig wird und das Kind beißt.  Anfangs wehrte ich mich noch heftig gegen diese Vorwürfe, doch eines Tages war ich es leid und begegnete solchen Leuten nur noch mit einem müden Lächeln.

Ich machte mir wegen all dieser Dinge überhaupt keine Sorgen und schon gar nicht, dass Johnny beißen könnte, denn er war schon als Welpe ein sehr sanfter, einfühlsamer Hund. Gerade zum Ende der Schwangerschaft war er besonders liebevoll und lag immer mit seinem Köpfchen auf meinem Bauch und wenn ich dann die Spieluhr aufzog und neben seinen Kopf legte, schlief er immer ein. Auch wenn Sophia ganz besonders wild in meinem Bauch tobte, schaffte es meistens nur Johnny, durch bloßes Kopfauflegen, die kleine Maus zu beruhigen. Ich glaube hier fing das innige Verhältniss der Beiden schon an.

Dann kam der Tag, an dem die Wehen begannen und ich hatte Angst, aber nicht vor der Geburt, sondern davor, wie Johnny die Trennung von mir verkraften würde.

Im Krankenhaus sprach ich dann mit Ärzten und Schwestern darüber, dass ich zu Hause einen kleinen Hund habe und man riet mir, meinem Mann eine volle Windel mitzugeben. Johnny könne sich so schon mal mit dem Geruch der Kleinen vertraut machen. So machten wir es dann auch.

Im Krankenhaus wurde es mir dann sehr schnell langweilig und ich durfte mit Sophia schon am vierten Tag nach Hause - Gott sei Dank ! Auf der Fahrt nach Hause besprachen mein Mann und ich, wie wir das jetzt handhaben würden, wenn wir ankommen und wir einigten uns darauf, dass ich mich erst mal voll mit Johnny beschäftige und er mich ganz in Ruhe begrüßen kann. Ich freute mich riesig auf den Kleinen, denn ich hatte ihn schrecklich vermisst !!!

Ich glaube es glich einer kitschigen Szene aus Lassie, oder so. Ich stand im Hof, die Tür ging auf, Johnny hüpfte heraus, er erblickte mich, ließ einen merkwürdigen Schrei von sich, sprang mir in die Arme, ich heulte und er pisste mich von oben bis unten voll ! Es war schon herzzerreißend, wie er so jammerte und mir dabei immer wieder durch das Gesicht leckte. Nachdem wir beide uns wieder beruhigt hatten, zog ich mich um und ging erst mal eine Runde spazieren.

Wieder zurück war es soweit, Johnny sollte nun Sophia kennen lernen. Die Kleine lag in ihrem Maxi Cosi und Johnny stand erst einmal davor und beobachtete sie, dann näherte er sich ihr vorsichtig und beschnupperte sie. Er wedelte wie wild mit der Rute und schaute mich irgendwie fragend an. Ich kraulte ihm den Kopf und erklärte ihm, dass Sophia unser Baby sei und nun auch zur Familie gehört. Ich glaube kaum, dass er meinen Wortlaut verstanden hat, aber er leckte ihr zärtlich über die Hand, worauf ich ihn lobte und er sich noch mehr freute.

Ich ließ Johnny überall dabei sein, beim Wickeln, beim Füttern, beim Baden, usw. , so fühlte er sich nie ausgeschlossen und keine Eifersucht konnte aufkommen. Oft saßen wir gemeinsam an Sophias Bettchen und schauten ihr beim schlafen zu. Die Liebe, die Johnnys Augen dann ausstrahlten ist nicht zu beschreiben. Wenn Sophia mal weinte, rannte Johnny sofort los, um sein Lieblingsspielzeug zu holen und es ihr zu bringen. Was einige hier als ekelig empfanden, fand ich toll und ich war stolz auf meinen Hund !

Als Lucky dann zu uns kam, war Sophia drei Monate alt und Lucky ja noch sehr klein. Sie hielt ihn für ein niedliches Stofftier und knuddelte ihn, wenn sie ihn erwischte. Lucky ertrug dieses, war aber heilfroh, wenn sie ihn wieder los ließ. Er ging ihr dann eine ganze Zeit ziemlich aus dem Weg, denn er fand es im Gegensatz zu Johnny nicht unbedingt toll in der Nase gebohrt zu bekommen. Ich bewunderte es wirklich, wie geduldig Johnny das alles ertrug. Nichts konnte ihn erschüttern, weder wenn er die Ohren fast ausgerissen bekam, noch wenn sie sich in seine Lefzen krallte, oder Sophia ihn mit Bauklötzen bombadierte.

Bei Sophias ersten Gehversuchen, war Johnny auch sehr hilfreich, sie konnte sich an ihm hochziehen und wenn sie umfiel, fing er sie auf. Oft gab es Situationen, in denen ich wirklich die Luft anhielt und mir dachte, dass ein anderer Hund hier vielleicht schon zugebissen hätte - aber nicht mein Johnny !!!

Sophia hat inzwischen gelernt, dass man den Hunden nicht die Augen aus den Höhlen bohrt, ihnen keine Zähne zieht und sie nicht brutal mit Spielzeug niederschlägt und dann ist auch Lucky ein treuer Begleiter der Kleinen geworden. Besonders süß ist es, wenn die Drei in Sophias Zimmer sitzen und gemeinsam Bilderbücher schauen. Bei diesem Anblick schmelze ich dahin und weiß, das es die richtige Entscheidung war, mein Kind mit den Hunden aufwachsen zu lassen.

Sophia hat weder Allergien, noch war sie bisher, bis auf einen Schnupfen, krank und ich denke mal, dass meine Hunde sehr viel zu dieser guten Abwehr dazugetan haben, denn schließlich ist das ja Wissenschaftlich bewiesen.

Ach ja, das erste Wort unserer Tochter war übrigens "WAU WAU" - wenn wundert es !?